Akrale Leckdermatitis bei Hunden

20. Februar 2018
Betroffene Hunde lecken ständig an einer bestimmten Körperstelle und verletzen sich damit selbst. Es kommt zu Hautveränderungen, Juckreiz und Entzündungen, die das Ablecken weiterhin anregen. 

Als Akrale Leckdermatitis bezeichnet man eine Verhaltungsstörung, die vor allem bei großen Hunderassen vorkommt. Man spricht dabei auch von Hunde-Neurodermatitis.

Betroffene Hunde lecken ständig an einer bestimmten Körperstelle und verletzen sich damit selbst. Es kommt zu Hautveränderungen, Juckreiz und Entzündungen, die das Ablecken weiterhin anregen. 

Die Behandlung ist im Allgemeinen langwierig und unangenehm, sowohl für das Haustier selbst als auch für den Besitzer. Nach der Diagnose muss die Behandlung verantwortungsbewusst und kontinuierlich erfolgen.

Ursachen für akrale Leckdermatitis

Durch das ständige Lecken mit der rauen Zunge oder durch Kratzen können bereits nach wenigen Stunden sichtbare Wunden auftreten. In anderen Fällen sind die Verletzungen erst nach mehreren Wochen sichtbar. akrale Leckdermatitis bei Hunden

Folgende Ursachen können eine Akrale Leckdermatitis auslösen:

  • Allergischer Juckreiz durch Umweltfaktoren oder bestimmte Nahrungsmittel
  • Bakterien, Pilze, Parasiten oder Milben
  • Gelenkverletzungen (Frakturen), die oft mit Schmerzen verbunden sind
  • Arthritis
  • Krebs
  • Hormonstörung
  • Psychologische Faktoren, wie Zwangsstörungen, Stress, Langeweile oder Angst
  • Stereotypie (sich wiederholende Handlungen z.B. bei Hunden, die eingeschlossen sind oder wenig Platz haben)

Rassen und genetische Veranlagung für akrale Leckdermatitis

Bis jetzt konnte eine genetische Veranlagung für diese Krankheit nicht bestätigt werden. Doch statistisch gesehen sind einige Rassen für diese Störung anfälliger. Dazu zählen zum Beispiel folgende.

  • Deutscher Schäferhund
  • Golden Retriever
  • Spanische Dogge
  • Deutsche Dogge
  • Labrador Retriever
  • Dobermann Pinscher

Diagnose und Behandlung

Wenn der Besuch beim Tierarzt erst spät erfolgt, ist die Behandlung schwierig. Bei der ersten Untersuchung kann der Tierarzt oft den Auslöser nicht herausfinden, denn es ist nicht mehr zu beurteilen, ob zuerst eine Verletzung da war oder ob diese infolge des Leckes entstand.

Um Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, den Hund bereits bei den ersten Symptomen für zwanghaftes Lecken untersuchen zu lassen. Auch wenn die Beine des Vierbeiners immer nass sind, ist eine tierärztliche Diagnose wichtig.

Ja nach Ursache kann auch die Behandlung unterschiedlich ausfallen. Wichtig ist, sich über den Auslöser im Klaren zu sein. 

Kontrolle der Symptome

Als Erstes muss der Hund daran gehindert werden, immer wieder an derselben Stelle zu lecken, damit die Wunden heilen können. Ein Schutzkragen kann hier sehr nützlich sein, denn so kann der Hund die betroffenen Stellen nicht erreichen. 

Auch ein Verband ist sinnvoll, um die Verletzungen zu schützen. Nur wenn die Ursache behandelt wird, kann diese Verhaltensstörung korrigiert werden, unabhängig davon, ob sie physischer, umweltbedingter oder psychologischer Art ist.

Eine frühzeitige Diagnose ist sehr wichtig, um diese Verhaltensstörung erfolgreich zu behandeln!

Hund hat akrale Leckdermatitis und badet

Wie man akrale Leckdermatitis bei Hunden vermeidet

Hygiene steht für alle Tierhalter ganz oben auf der Liste. Nur durch Sauberkeit kann man Bakterien, Pilze, Milben oder Parasiten verhindern oder zumindest rechtzeitig erkennen und behandeln.

Auch Stress sollte vermieden werden, indem zum Beispiel bestimmte Gewohnheiten nicht plötzlich verändert werden.

Lesetipp: Ist es gut, den Hund auf das Sofa steigen zu lassen?

Bestimmte Rassen (z.B. Golden Retriever, Boxer…) brauchen sehr viel Auslauf und körperliche Aktivität, um Energie abzubauen. Wenn sie sich langweilen, werden sie ängstlich und können Krankheiten entwickeln.

Andere Rassen, wie der Deutsche Schäferhund, benötigen nicht nur physische Bewegung, sondern auch mentales Training, um der Monotonie zu entkommen und sich entspannen zu können.

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