Straf-Halsbänder: die Gesundheit deines Hundes steht auf dem Spiel

· 30. Oktober 2018
Diese Art von Halsbändern können psychologische Schäden hervorrufen, die man nicht wieder gut machen kann. Auch die körperlichen Schäden für das Tier sollte man bedenken, bevor man sich zu einer solchen Quälerei entscheidet.

Manche Leute benutzen immer noch sogenannte Straf-Halsbänder, um ihre Hunde zu erziehen. In manchen Ländern sind diese „Werkzeuge“ jedoch zum Glück verboten, da sie so viel mehr Schaden als Gutes anrichten.

Heute möchten wir dich deswegen über die Straf-Halsbänder informieren und wie sie die Gesundheit deines Hundes beeinträchtigen.

Was sind Straf-Halsbänder

Straf-Halsbänder, die manchmal auch Trainings-Halsbänder genannt werden, sind eine Reihe von Halsbändern oder Apparaten, die man am Hals des Hundes befestigt.

Wenn der Hund etwas Unangebrachtes tut, dann schädigt das Halsband dem Hund, damit er mit dem Verhalten aufhört.

Es kann dabei beispielsweise darum gehen, dass der Hund an der Leine zieht, bellt oder beim Anblick eines anderen Hundes reagiert.

Diese Halsbänder lösen das Problem allerdings nicht. Sie unterdrücken nur das Symptom, doch gehen niemals an die Wurzel des eigentlichen Problems.

Hunde können aus vielen verschiedenen Gründen bellen und dasselbe gilt auch, wenn sie an der Leine ziehen. Einen Hund zu bestrafen, wenn er unerwünschte Verhaltensweisen an den Tag legt, bedeutet nicht, dass wir ihn etwas lehren.

Um ihn zu lehren, müssen wir ihm zeigen, welche Verhaltensweisen wir uns von ihm wünschen!

Der Hals des Hundes

Alle Halsbänder liegen an der Gurgel des Hundes. Wie bei allen Säugetieren, ist dies eine sehr sensible Stelle und ein Schlüsselpunkt für seine neuronale und hormonelle Entwicklung.

Die Kehle ist nicht nur weich und ohne Knochen, sondern hat auch viele Drüsen, die für die Sekretion von Hormonen zuständig sind, wie zum Beispiel die Schilddrüse. Des Weiteren durchlaufen mehrere Hauptnerven des Rückenmarks den Hals.

Es hat sich gezeigt, dass die Benutzung von Straf-Halsbändern einen kontinuierlichen Stress für Hunde bedeutet. Selbst wenn das Stachelhalsband mit einer Plastikschicht überzogen ist, so schädigt sie doch die Gesundheit des Tieres.

Diese Halsbänder verletzen die Haut des Hundes, bohren sich durch sie hindurch und schaben ständig gegen seinen Hals. Der Druck gegen die Luftröhre verursacht chronischen Husten und den Kollaps der Luftröhre.

Das beeinträchtigt die Atmung unserer Hunde und kann sogar dazu führen, dass sie nicht genügend Sauerstoff erhalten.

Stachel-Halsband ist nichts als unnütze Quälerei

Die Stacheln, die ständig die Drüsen reizen, beeinträchtigen ebenfalls die Sekretion der Hormone. Es kommt zu Schilddrüsen– und Stoffwechselproblemen.

Auch das lymphatische System und der Blutkreislauf können gestört werden, was Immunkrankheiten auslöst.

Häufig findet man auch Rückenbeschwerden und -verletzungen bei Hunden, die mit Straf-Halsbändern erzogen wurden. Wenn ein Stachelhalsband benutzt wurde, sind die gesundheitlichen Schäden um so größer.

Der Schmerz wirkt sich nicht nur auf die Lebensqualität und das Wohlergehen unserer Fellnasen aus. Er verändert auch ihr Verhalten und löst Angst aus, die leicht in Aggressivität umschlagen kann.

Gesundheitsprobleme durch Elektroschock-Halsbänder

Elektroschock-Halsbänder lösen einen elektrischen Schlag am Hals unseres Hundes aus. Manche haben verschiedene Volt-Einstellungen oder die Möglichkeit, nur eine Vibration auszulösen.

Alle lösen jedoch Schmerzen aus, die das Tier stören und verwirren. Andernfalls wären sie nicht so „effektiv“.

Konsequenzen des Anti-Bell-Halsbandes

Der elektrische Schlag breitet sich über den ganzen Körper aus. Am Hals befinden sich Nerven, die über das Rückenmark den ganzen Körper und das Gehirn verbinden. Ein elektrischer Schlag am Hals hat also Auswirkungen auf den ganzen Körper des Tieres.

Probleme mit Citronella-Halsbändern

Diese findet man glücklicherweise nur selten, doch es gibt tatsächlich Halsbänder, die ein Spray direkt über die Nase des Hundes sprühen. Normalerweise ist dieses Spray aus Citronella gemacht.

Der Geruch ist der grundlegendste Sinn unseres Hundes und seine Nase ist sehr sensibel!

An einer solch sensiblen Stelle ein aggressives Produkt wie ein Spray zu verwenden, kann zu Reizung der Schleimhäute führen. Das beeinträchtigt ihre normale Funktion. Sie können austrocknen oder zu viel Schleim produzieren.

Dem Hund bereitet das Schmerz und außerdem kann dabei auch sein Geruchssinn gestört werden. Seine Geruchsdrüsen können dabei sogar geschädigt werden.

Das bedeutet, dass er seine Welt nicht mehr wie ein normaler Hund erschnüffeln kann und auch nicht mehr mit anderen Hunden normal in Beziehung treten kann.

Der Geruchssinn unserer Hunde ist grundlegend für ihr Leben. So entdecken sie ihre Welt und kommunizieren mit ihren Artgenossen. Ein Hund ohne Geruchssinn hat keine Chance mehr, glücklich zu sein.

Seine Lebensqualität ist für immer zerstört.

Psychologische Probleme aufgrund von Straf-Halsbändern

Diese Straf-Halsbänder haben nicht nur körperliche Konsequenzen. Strafe als Erziehung funktioniert einfach nicht und oft wird das unerwünschte Verhalten nur noch verstärkt.

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Die Benutzung von Strafe bringt Unsicherheit, Stress und Angst. Diese verstärken sich noch, wenn Schmerzen mit im Spiel sind. Angst und Stress sind die häufigste Ursache von Aggressivität bei Hunden und der häufigste Auslöser von Bissen und Attacken.

Schädliche Halsbänder für Hunde

Die psychologischen Schäden, die diese Art von „Erziehung“ verursacht, kann man nur schwer wieder gut machen. Die schlechten Verbindungen, die der Hund während seines Trainings gemacht hat, kann man nicht wieder löschen.

Letztendlich lösen diese Methoden auch nicht die Probleme an ihrer Wurzel. Außerdem weiß der Hund oft gar nicht, warum er bestraft wird. Durch den Gebrauch von Straf-Halsbändern versteht der Hund nur selten, wie er sich eigentlich verhalten soll.

Man sollte von Anfang an bei der Hundeerziehung auf solche Methoden verzichten. Sie sind kurz-, mittel- und langfristig gefährlich und oft sind die Schäden irreversibel.

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In den letzten Jahrzehnten haben sich die Erziehungsmethoden für Hunde sehr entwickelt. Zum Glück gibt es heute schnellere, sicherere, zuverlässigere und einfachere Methoden, die man anwenden kann.