Wer ist Jane Goodall?

· 28. Juli 2018
Jane Goodall konnte mit eigenen Augen sehen, wie Primaten, die sie so sehr liebte, gefangen genommen, an einen Zirkus verkauft oder für grausame Experimente verwendet wurden. Sie entschied sich deshalb, ihre Forschungen zu unterbrechen, und zu einer Aktivistin für Tierrechte zu werden. 

Jane Goodall zählt ohne jeden Zweifel zu den einflussreichsten Frauen der Geschichte. Sie ist eine der wichtigsten Aktivistinnen zur Bewahrung der natürlichen Lebenswelt und zum Schutz von Tieren. Ihre wundervolle Arbeit ist fast jedem bekannt, doch nur wenige kennen ihre Geschichte. 

Jane Goodall, eine Frau im Dschungel

Jane kam weit entfernt von Afrika zur Welt, nämlich in der belebten Hauptstadt London. In ihrer Kindheit entwickelte sie eine tiefe Liebe zu Tieren und eine große Faszination für Afrika, die sie später auf den Weg ihres lebenslangen Abenteuers bringen sollte.

Die junge Jane hatte keine auf Tiere spezialisierte Studien, denn sie hatte eine Schule für Sekretärinnen besucht. Doch ein ehemaliger Schulfreund ermöglichte es ihr, ihren Traum, Afrika kennenzulernen, zu verwirklichen. Auf seine Einladung hin reiste sie nach Kenia und lernte Louis Leakey, den Direktor des Kenya National Museum kennen, der sie als Assistentin anstellte.

Leakey wurde schnell klar, dass Jane Goodall eine außergewöhnliche Fähigkeit zum Studium von Wildtieren hatte. Er schickte sie deshalb zusammen mit ihrer Mutter nach nach Tansania.

Jane Goodell erforscht Schimpansen

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So wurde Jane zu einer der ersten und wohl zur bedeutendsten Forscherin über Schimpansen. Sie lebte in einer feindlichen Umgebung, die nicht für Frauen gedacht war. Sie hat jedoch allen immer wieder gezeigt, dass sie sich mit ihr geirrt hatten, denn wie auch andere Forscherinnen ihrer Zeit konnte sie mit ihrer außergewöhnlichen Arbeit weltweiten Ruhm erlangen.

Eine etwas andere Primatologin

Jane Goodall begann mit der Beobachtung von Schimpansen ohne große Kenntnisse auf diesem Gebiet. Sie hatte deshalb auch keine Vorurteile und war nicht an wissenschaftliche Theorien der Zeit gebunden, die Tiere als Lebewesen ohne Gefühle betrachteten.

Obwohl Jane kein Studium hatte, erhielt sie eine sehr seltene Ausnahmegenehmigung und konnte sich in Ethologie zur Promotion einschreiben und so den Doktortitel erlangen. Ihre Doktorarbeit hält die fünfjährige Beobachtung von Schimpansen im Nationalpark von Gombe fest. Noch immer setzt sie sich für Tierrechte und gegen Gewalt und Tierversuche ein.

Dian Fossey, Biruté Galdikas und Jane Goodall wurden auch als „Leakey Angels“ bekannt, denn alle drei Frauen begannen unter Anregung von Louis Leakey mit der Erforschung von Menschenaffen. Zusammen konnten die Frauen sehr wichtige Entdeckungen machen, jede auf ihrem Spezialgebiet: Dian Fossey erforschte Gorillas, Biruté Gladikas Orang-Utans und Jane Goodall Schimpansen.

Diese Forschungen ermöglichten es, mehr über Primaten von einem empathischen, rigurosen und feministischen Standpunkt aus zu erfahren.

Jane wurde so zu einer der ersten Feldforscherinnen in einem ganz und gar nicht frauenfreundlichen Umfeld. Sie zeigte immer wieder, dass sich alle geirrt hatten, wie dies auch bei anderen Forscherinnen ihrer Zeit der Fall gewesen war.

Die Revolution der Tierverhaltensforschung

Die Forschungen von Jane Godall blieben nicht bei einem Doktorat, sie konnte verschiedene Theorien, die von damaligen Wissenschaftlern verteidigt wurden, widerlegen. 

Sie konnte beispielsweise nachweisen, dass Schimpansen für das Tierreich erstaunliche Jagdtechniken verwenden und dass sie nicht ausschließlich vegetarisch leben.

Außerdem hat sie unser Menschenbild verändert. Vor den Forschungen von Jane Goodall ging man davon aus, dass Menschen als einzige fähig sind, Werkzeuge zu verwenden. Der Mensch wurde als Hersteller von Werkzeugen im Unterschied zu allen anderen Lebewesen dargestellt.

Jane Godall erforscht Schimpansen
Quelle: Carlos Octavio Uranga

Jane entdeckte jedoch, dass Schimpansen Zweige verwenden, um Zugang zu einem Termitenhaufen zu erlangen. Dies öffnete die Tür zu einem völlig neuen Forschungsgebiet innerhalb der tierischen Ethologie. Jane Goodall haben wir also die Kenntnis zu verdanken, dass auch Tiere Werkzeuge verwenden.

Die Verhaltensforscherin konnte auch beweisen, dass Schimpansen sehr unterschiedliche Persönlichkeiten haben, was zu dieser Zeit große Aufmerksamkeit erweckte. Sie war davon überzeugt, dass Tiere Gefühle empfinden, das hatte sie bereits bei ihrem Hund festgestellt. 

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Jane Goodall, die Aktivistin

Die Verhaltensforscherin konnte selbst die Zerstörung großer Wälter im Naturpark miterleben. Sie wurde sich darüber bewusst, dass das menschliche Verhalten Schimpansen und anderen Tieren großes Leid zufügten. Das hatte nichts mehr mit der idyllischen Umgebung zu tun, in der sie die Tiere erforschte.

Sie begann deshalb, Labore aufzusuchen, in denen mit Primaten experimentiert wurde, und inspizierte auch verschiedene Zirkusgruppen und Nationalparks mit andern Tierarten. Sie konnte so sehen, wie Primaten, die sie so sehr liebte, gefangen genommen, an einen Zirkus verkauft oder für grausame Experimente verwendet wurden.

Sie wurde sich darüber bewusst, dass sie ihre Augen nicht verschließen konnte, was sie zu einer Aktivisten gemacht hat, die sich weltweit für Tierrechte einsetzt.

Jane hörte auf, in Gombe zu forschen und begann, die Welt zu bereisen, um auf Tiermisshandlung aufmerksam zu machen und sich für den Tierschutz einzusetzen. Jane hofft jetzt auf die neuen Generationen, um ein globales ökologisches Desaster zu vermeiden.

Jane Goodall konnte mit eigenen Augen sehen, wie Primaten, die sie so sehr liebte, gefangen genommen, an einen Zirkus verkauft oder für grausame Experimente verwendet wurden. Sie entschied sich deshalb, ihre Forschungen zu unterbrechen, und zu einer Aktivistin für Tierrechte zu werden.