Sieht der Hund wirklich dasselbe wie du?

· 19. April 2018
Der Hund sieht weniger scharf und weniger Farben als wir. Seine Sehkraft ist an sein Umfeld und die Bedürfnisse seiner Spezie angepasst. In diesem Artikel erklären wir dir mehr über das Thema

Wir haben schon oft gehört, dass der Hund in schwarz-weiß sieht. Das stimmt aber so nicht. Es stimmt, dass der Hund weniger Farben als der Mensch wahrnimmt, dafür jedoch wesentlich besser in der Dunkelheit sieht.

Sein Sehvermögen ist anders als unseres, es ist spezialisierter und an unzureichende Lichtverhältnisse angepasst. Der Hund sieht weniger scharf und weniger Farben als wir. Seine Sehkraft ist an sein Umfeld und die Bedürfnisse seiner Spezie adaptiert.

Der Hund sieht  besser in der Dunkelheit

Der Hund lässt sich verwöhnen

Die Gattung der Canoidea – hundeartige Lebewesen – haben eine größere Fähigkeit, in der Dunkelheit zu sehen als Menschen. Diese Sehkraft ermöglicht es ihnen, nachts effizienter zu jagen.

Erinnern wir uns daran, dass die Katze eine noch höher entwickelte Nachtsehfähigkeit hat als der Hund. Ihre nächtliche Jagdkunst ist weit bekannt. Eine Katze, die nachts von Dach zu Dach springt, ist ein klassisches Bild. Das ist nur dank ihrem hohen Grad an Sehfähigkeit in schlecht beleuchteten Umfeldern möglich.

Farben, die der Hund sieht

Das chromatische Spektrum des Hundes ist reduzierter als das der Menschen. Die Fähigkeit, Farben zu erkennen ist weniger überlebenswichtig im Leben eines Hundes.

Wir Menschen haben drei verschiedene Arten von Farbrezeptoren in unseren Augen. Jeder davon spezialisiert sich darauf, die drei Primärfarben (rot, gelb und blau) zu erfassen. Die Kombination derer ermöglicht die Konstruktion des kompletten chromatischen Spektrums.

Es stimmt, dass der Hund nicht nur schwarz-weiß sieht, doch er sieht weniger Farben als Menschen. Das Hundeauge verfügt nur über zwei Arten von Rezeptoren, deswegen kann es nicht die komplette Bandbreite von Farbtönen nachbilden, wie es dem menschlichen Auge möglich ist.

Der Hund kann zwar zwischen Blau und Rot, oder Blau und Grün unterscheiden, aber kann beispielsweise keinen Unterschied zwischen Rot und Grün sehen. So geschieht es zum Beispiel, dass wenn wir grüne Pflanzen sehen, unser vierpfotiger Freund sie eher als gelblich wahrnimmt.

Die Sehkraft eines Hundes lässt sich etwa mit der einer farbenblinden Person vergleichen, die nicht zwischen Rot- und Grüntönen unterscheiden kann. Wenn wir dem Hund einen roten Ball ins grüne Feld werfen, dann wird es ihm sehr schwerfallen, denn Ball wiederzufinden, da Ball und Feld für ihn dieselbe Farbe haben. Doch der Hund sieht sehr gut bei Nacht, weil seine Vorfahren um diese Tageszeit zu jagen pflegten.

Der Hund hat ein sehr weites Sichtfeld

Was sein Blickfeld angeht, ist dies viel weiter als das der Menschen. Er kann bis zu 250 Grad um sich sehen, während wir bis höchstens 180 Grad gelangen. Die Positionierung der Augen im Kopf bestimmt den Grad von periphärem Sehen und die Menge an Sichtfeld, die gleichzeitig mit beiden Augen wahrgenommen wird (das sogenannte binokulare Sehen). Dies ist notwendig, um Entfernungen korrekt abzumessen.

Visuelle Evolution und Veränderung

Der Hund dein Freund

Die Augen von Katzen und Hunden haben sich durch die Jahrhunderte weiterentwickelt und die für Nachtjäger typischen Veränderungen durchgemacht. Unter der Netzhaut haben sie eine spezielle Struktur, die man “tapetum lucidum” nennt. Diese funktioniert wie ein Spiegel, sie ist eine Reflektionsschicht, die die Sehfähigkeit bei Dämmerlicht erhöht. Diese Struktur ist für die „leuchtenden Augen“ verantwortlich, die man sieht, wenn ein Tier ins Scheinwerferlicht oder den Blitz der Kamera blickt.

Die Hornhaut ist die stärkste optische Struktur bei Hunden und Katzen. Die Linse ist bei ihnen nicht so wichtig wie beim Menschen. Deswegen brauchen Hund und Katzen keine künstliche Sehlinse bei Entfernungen von Katarakt. Sie haben ohne die Hilfe einer solchen Linse genügend Sehvermögen.

Es stimmt auch, dass das Gehör und der Geruchssinn von Hunden und Katzen wesentlich erhöht werden, wenn sie in einem bekannten Umfeld sind. So können sie einfach kompensieren, auch wenn sie visuell nur beschränkt wahrnehmen. Sie gleichen also fehlendes Sehvermögen mit anderen Sinnen aus.