Ein 109-jähriger Mann strickt kleine Pullover für Pinguine

· 18. April 2018
Das Webmuster der Pullover ist so gefertigt, dass sie das Gefieder der Pinguine nicht beschädigen und deren Flossen und Schnäbel sich nicht in der Kleidung verheddern können.

Trotz seiner 109 Jahre, widmet sich Alfred Date einer sehr wichtigen Aufgabe. Er ist der älteste Mensch Australiens und kennt das Problem der von der Ölkatastrophe auf Phillip Island betroffenen Wasservögel. Alfred ist ein begabter Stricker und fertigt kleine Pullover für Pinguine in Not an, um den Tieren so zu helfen.

Eine rührende Geschichte

Kleidung für Pinguine

Die Geschichte beginnt 2013, als die Phillip Island´s Penguins Foundation (eine Organisation zum Schutz der Pinguine auf Phillip Island) nach Freiwilligen suchte, um den kleinen in Neuseeland lebenden Tierchen zu helfen, die aufgrund einer Ölkatastrophe im Süden von Australien krank wurden.

Alfred entschloss sich, auf seine Weise und mit seiner besonderen Begabung zu helfen. Im Jahr 1932 lernte er zu stricken, als er einen Pullover für seinen neugeborenen Neffen per Hand anfertigte. Er sah die Möglichkeit, die Größe seiner Werke an die kleinen Körper der Pinguine anzupassen und den Tieren auf diese Weise zu helfen wieder gesund zu werden.

Mit zunehmendem Alter nahm die Geschicklichkeit von Alfreds Händen etwas ab, dennoch sitzt auch heute noch jede Masche perfekt.

Die Pinguine brauchen ein Mäntelchen

In dem Moment, in dem die von Ölverschmutzungen betroffenen Pinguine die Foundation erreichen, bekommen sie einen Pullover, damit das Öl nicht an ihren Federn klebt. Im Jahr 2001 waren insgesamt 438 Vögel von der Ölkatastrophe vor Phillip Island betroffen. Auf dieser Insel lebt normalerweise eine Kolonie mit mehr als 32.000 Pinguinen. Dank der gestrickten Pullover von Alfred konnten 97% der kranken Pinguine in der Klinik rehabilitiert werden.

Weitere Personen die sich an der Initiative beteiligen

Alfred Date, der 7 Kinder und 20 Enkelkinder hat, war jedoch nicht die einzige Person, die sich an dieser Initiative beteiligt hatte. Hunderte Menschen auf der ganzen Welt folgten seinem Beispiel. Die Phillip Island´s Penguins Foundation war überwältigt und musste die Freiwilligen im Mai 2014 sogar bitten, keine weitere Kleidung mehr zu schicken, da der Überschuss bereits riesig war.  

Doch wie immer gab es auch bei dieser Aktion Gegenstimmen, denn einige Experten rieten von dieser Initiative ab. Ihr Argument war, dass das Tragen von Kleidung bei den Pinguinen Stress auslöst, da es sich um wilde Tiere handelt, die den Kontakt mit Menschen nicht gewöhnt sind.

Weiterhin wurde behauptet, dass die Kleidung dazu beiträgt, dass das Öl vermehrt auf der Haut haften bleibt. Die International Bird Rescue Organisation wies darauf hin, dass man „den Pinguinen oder auch anderen Vögeln auf keinen Fall etwas über die Federn ziehen soll, da dadurch das Öl am Körper und an der Haut haften bleibt und sich die Tiere so schneller erhitzen können. Die Kleidung verstärke diesen Effekt noch zusätzlich.“

Trotz der widersprüchlichen Auffassungen haben die Realität und die aus dem Projekt gewonnenen Daten das Gegenteil bewiesen und haben gezeigt, dass diese Pullover sehr wohl von Vorteil sind. Es konnte dadurch das Leben zahlreicher Tiere gerettet werden. 

Anfangs war die Besorgnis um die fast 500 betroffenen Tiere groß. Es war jedoch eine große Genugtuung für die gesamte Welt, als am Ende beinahe alle von ihnen gerettet werden konnten.

Was das Öl bei den Tieren anrichtet…

Pullover für Pinguine

Das Öl bewirkt bei den Pinguinen, dass ihre Federn nicht mehr eng zusammen liegen. Auf diese Weise dringt das Wasser bis zu ihrer Haut durch und ihre Körpertemperatur sinkt, was wiederum das Gewicht der Tiere erhöht. Sie sind nicht mehr in der Lage, auf Beutefang zu gehen und verhungern so. Zusätzlich nehmen sie sämtliche Giftstoffe auf, wenn sie ihr Federkleid mit dem Schnabel zu reinigen versuchen.

Das Webmuster der Pullover ist so gefertigt, dass sie das Gefieder der Pinguine nicht beschädigen und deren Flossen und Schnäbel sich nicht in der Kleidung verheddern können. Die Kleidungsstücke werden aus reiner Baumwolle gefertigt, so dass sie die Vögel warm halten ohne sie dabei zu überhitzen und die Atmungsfähigkeit ihrer Haut beeinträchtigen.

Die Baumwolle ist zudem in der Lage, einen kleinen Teil des Öls aufzunehmen, sodass der Großteil der giftigen Substanzen nicht bis zur Haut vordringen kann.

Überschüssige Kleidung

Kleidungsstücke, die sich nicht für die Rehabilitation der Pinguine eignen, werden Stofftieren angezogen, die danach verkauft werden, um so Geld für die Pinguinrettung zu sammeln. Die Einnahmen werden an verschiedene Forschungs- und Erhaltungsprojekte übergeben. Dieser geschickte Einsatz von Mitteln führte zu guten Gewinnen, die dazu verwendet werden, in die Fortschritte zugunsten bedürftiger Tiere zu investieren.